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Martina Stutz-Aregger neue DVL-Präsidentin

Rolf Bossart neuer DVL-Geschäftsführer

Die 116. ordentliche GV des DVL stand im Zeichen eines Generationenwechsels. Der geschäftsführende Präsident Heinz Bossert trat nach 37 Jahren Verbandsarbeit in den Ruhestand und wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt.
 
Daniel Schwab, apimedia ag, Gisikon
 
Gestern Abend ging in Sempach eine 37 Jahre dauernde Ära zu Ende. Heinz Bossert (63) – seit 1982 für den Detaillistenverband Kanton Luzern DVL tätig, seit 2003 als geschäftsführender Präsident – gab an der GV im Wirtshaus zur Schlacht seinen Rücktritt bekannt. «Der kleinstrukturierte Detailhandel ist mir in dieser Zeit ans Herz gewachsen, er hat sich sozusagen in meiner DNA verankert», sagte der Hochdorfer in seiner Ansprache.
 
Schöne Momente bescherten ihm unter anderem die gewonnenen Volksabstimmungen 2006, 2012 und 2013 zu den Ladenöffnungszeiten – dies gegen teils massiven politischen Widerstand. Ebenso die kürzliche Überweisung der Motion Moser mit dem vom DVL und den Sozialpartnern federführend gestalteten Kompromiss zur moderaten Erweiterung der Ladenöffnungszeiten. Für sein riesiges Engagement zugunsten des Luzerner Detailhandels wurde Bossert von den über 120 Anwesenden mit einer Standing Ovation zum Ehrenpräsidenten gewählt.
 
Erste Frau an der Spitze
Das Doppelmandat, das Heinz Bossert während der letzten 16 Jahre ausgeübt hatte, wird in Zukunft auf zwei Schultern verteilt. Das Präsidium übernimmt erstmals in der 116-jährigen DVL-Geschichte eine Frau. Martina Stutz-Aregger (44), Juristin und Mitinhaberin der Bertiswiler Metzg AG in Rothenburg, wurde von den Detaillisten einstimmig gewählt. Gleiches gilt für Rolf Bossart. Der 56-jährige Schenkoner, CEO der Bossart Consulting GmbH und seit 2011 SVP-Kantonsrat, ist gemäss seinem Vorgänger kein «Verwalter», sondern ein «Praktiker» und daher bestens geeignet für das Amt des Geschäftsführers. Ebenfalls einstimmig erfolgte schliesslich die Wiederwahl von Vorstandsmitglied Markus Gehrig.
 
Bald längere Ladenöffnungszeiten?
Neben den namhaften personellen Rochaden gab auch der aktuell stattfindende Strukturwandel zu reden. Aufgrund des starken Frankens und des zunehmenden Online-Handels sind laut Bossert in vielen Branchen die Preise auf das Niveau der 90er-Jahre gesunken. Die Folgen: Nicht nur Traditionsbetriebe, sondern auch grössere Ladenketten stossen an ihre Grenzen oder wurden bereits aus dem Markt gedrängt. Bossert wehrt sich allerdings gegen die weit verbreitete Meinung, dass die rückläufigen Umsätze mit den restriktiven Ladenöffnungszeiten im Kanton Luzern zusammenhängen: «Der Schrumpfungsprozess findet auch in Kantonen statt, die kein Ladenschlussgesetz kennen oder eine sehr grosszügige Regelung praktizieren». Übrigens: Sollte der Kantonsrat im Herbst der eingangs erwähnten moderaten Anpassung der Ladenöffnungszeiten nochmals zustimmen, könnte das neue Gesetz – sofern kein Referendum ergriffen wird – bereits Anfang April 2020 in Kraft treten.
 
sr damian müller web
 
 
 
 
 
 
 
 
  • Erstellt: 13.06.19

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